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Bis zum 20 März ist eine Ausstellung über das Werk vom Architechten Pier Luigi Nervi im römischen MAXXI zu sehen (Museo per l’arte del XXI secolo).
Das Begleitprogramm zur Ausstellung beinhaltet Führungen zu den ausragendsten Werke des Architekt, die in Rom zu sehen sind.
Ich hatte am Samstag 19 Februar das Vergnügen die Audienzsaal in Vatikan zu besichtigen.
Der 1979 verstorben Pier Luigi Nervi hatte in den 60-ger Jahre im Auftrag von Papst Paulus VI eine neue Audienzsaal geplant und anschließend gebaut. Die berühmte “Sala Nervi” welche ein tolles Beispiel ist, für eine gänzlich durchdachte Planung und d Realisierung.
Paulus VI beauftragte ein Jahr nach Anfang seines Pontifikats (also 1964) den damals schon international bekannten Pier Luigi Nervi (er hatte u.a. für die Olympischen Spiele in Rom 1960 diverse Sportanlagen gebaut) mit dem Plan und anschlissend als ihm der Plan gefiel, mit dem Bau der riesigen Audienzsaal.
Nervi hatte schon in den 30 Jahre großen Zweckhallen gebaut (Hangars für Flugzeuge) und war vertraut mit dem Bau großen öffentlichen Gebaute. War also eine Wahl so zu sagen auf Nummer sicher.
Nervi hatte schon immer mit Stahlbeton gearbeitet, wobei er einen Patent bessass für ”Ferrocemento” welches eine art Abwandlung vom Stahlbeton ist.
(Stahlbeton ist ein Struktur aus Stahl auf der Beton gegossen und es bedarf einer art Wanne meistens aus Holz in der das Beton gegossen werden kann.
Stahlbeton wiegt aufgrund der großen Menge an Beton auch entsprechend viel; dagegen sein patentiertes „Ferrocemento“ ist eine Konstruktion aus eisen/stahl und das beton wird nicht gegossen sondern drauf gespritzt oder wie auch immer aufgetragen, so dass das ganz viel leichter und angeblich elastischer, ist.
Eine andere Besonderheit von Nervi (der zu den Rationalisten Architekten gezählt werden kann) ist, dass er auf dekorativen Elemente verzichtete. Die “Dekoration” kam durch das sichtbar lassen der tragenden Elemente: die Stutzpfeiler sind sichtbar und haben die Form, die statisch notwenig ist um das gewicht aufzufangen, sind aber mit schönem Material bedeckt (Marmor, was sonst, aber kein glattes Marmor sonder rau belassenem) und sind irgendwie schön zu sehen – form follows funktion.
Was auch wahnsinnig modern ist, ist dass Nervi alle Details durch und durch geplant hat; die Akustik, die Klimatisierung, die Tatsache dass es nirgends Kabel zu sehen sind (sie verlaufen unter dem Boden. Selbst Journalisten, Kameramann und die entsprechende Technik haben einen Platz und fallen optisch nicht auf.
Der Boden des ganzen Saals, auch aus Beton, ist durch unzählige kleine gitter, streng geometirch geordnet, versehen. Diese Gitter können geöffnet werden: der blick ist frei auf das was sich unterm Boden befindet: Versorgungskabeln, Staubsauger, die auch die Luft ansaugen, reinigen und wieder in die Halle spucken und Ketten, Ja 10 riesigen ketten, denn Nervi konnte nicht sehr tief graben (der ganze Vatikan Boden ist eine einzige Friedhof, mit viel leeren Zwischenraume) also hatte er keine echte Möglichkeit seine Pfeiler tief in den Boden zu verankern. Die Lösung zu diesem Problem, war, dass er die Pfeiler auf den beiden Seiten der halle miteander verkettet hat (so al man einen Bogen spannen würde) dies sorgt für Stabilität der Struktur.
Diese Gitter haben alle in der Mitte eine Tiefe Einkerbung in form eines Kreuzes, in dieser Einkerbung werden die untere enden der Bestuhlung gesteckt. So kann die gesamte Bestuhlung des Saals ausgewechselt, verschoben werden und so weiter.
Wissend dass in Rom sehr heiß werden kann, hatte Nervi oberhalb des Daches eine 2. Bedeckung geplant und durchgeführt, die ca. 60 cm abstand hatte, so dass ein Zwischen räume entstehen konnte, der sich wiederum günstig auf das Klima auswirkte ( = große Heizkostenersparnis).
Was auch interessant ist, ist dass 2008 eine großen Teil der Dachpfannen ausgewechselt wurden; an deren Stelle sind Solarzellen eingesetzt worden. Die sonnen Bestrahlung ist ziemlich stark und die Fläche sehr groß, somit wird viel Strom erzeugt, mehr als im Vatikan gebraucht werden kann, der Vatikan bekommt also von den römischen Stadtwerke Jahr für Jahr ein anständiges Betrag zugewiesen für die Stromeinspeisung. Wie ein anwesender bemerkte (zu recht) hat das Vatikan selbst für die Solaranlage nichts ausgegeben (eine deutsche Firma hat das gespendet) und profitiert dennoch von den italienischen staatliche Prämien für Stromeinspeisung, obwohl streng genommen das ein anderer Staat ist…..